(aktualisiert: 14. November 21.52 Uhr)
Heute besteht die Europäische Union (EU) aus 27 Mitgliedstaaten und zählt insgesamt 493 Millionen Einwohner. Nach gut fünfeinhalb Jahrzehnten blickt die Europäische Union auf eine Erfolgsgeschichte zurück. Doch gerade das Zusammenspiel der 27 Mitgliedstaaten untereinander und mit Staaten außerhalb der EU soll weiter verbessert werden.
Europa ist vielfach zum selbstverständlichen Synonym geworden für die Europäische Union. Europäisierung ist der Prozess, in dem dieses EU-Europa gemacht wird. KulturanthropologInnen interessieren sich vor allem für die Zirkularität dieses Prozesses, dessen Auslöser und Ergebnis zugleich die EU ist.
Seit Beginn der 1990er Jahre sind in der englischsprachigen Kultur- und Sozialanthropologie, der französischen Ethnologie und der deutschsprachigen Europäischen Ethnologie/Empirischen Kulturwissenschaft zahlreiche Studien zum europäischen Integrationsprozess entstanden. Während zunächst vordringlich Eliten- und Institutionenforschung in den europäischen Machtzentren mit ethnographischen Methoden betrieben wurde, geht man nun davon aus, dass die kulturelle Konstruktion von EU-Europa auch gerade vor Ort, in den in den Europäisierungsprozess einbezogenen Gesellschaften, zu untersuchen sei. Die EU selbst wird aus diesem Blickwinkel zum kulturellen Artefakt, dessen Herstellung durch unterschiedliche soziale Akteure in lokalen gesellschaftlichen Kontexten es zu untersuchen gilt (“Europäisierung von unten”). Die europäische Peripherie und die umstrittene Grenze EU-Europas (“Europa von den Rändern denken”) ist ebenfalls ein wichtiges Beobachtungsfeld, dem ein weiteres Proseminar im Modul gewidmet ist. Auch die Ko-Produktion Europas durch Akteure außerhalb der EU (“Europäisierung von außen”) gehört als Perspektive hierzu.
Der „Anthropolitan“ – das Mitteilungsblatt der GeFKA – geht 2011 in seine 18. Runde. Neben Berichten zu den verschiedenen Aktivitäten der GeFKA bildet der Beitrags- und Abhandlungsteil das Herzstück der Zeitschrift. Dabei betrachten wir den Anthropolitan als einen gestaltungsoffenen Möglichkeitsraum für Studierende, Lehrende, Alumnis und freie Wissenschaftler/innen. Er bietet zum einen die Möglichkeit, verschiedenste (alternative und experimentelle) Formate, Themen und Fragestellungen einzubringen, die in anderen Fachzeitschriften keinen Platz finden – nach dem Motto „Alles ist möglich!“, von experimentellen Darstellungen, Fallstudien, Feldberichten, Feldnotizen bis hin zu wissenschaftlichen Abhandlungen. Zum anderen kann er auch dazu genutzt werden, in knappen oder ausführlichen wissenschaftlichen Aufsätzen, Bachelor-, Master-, Doktor- oder andere Abschlussarbeiten vor- und darzustellen.
Besonders wollen wir auch Studierende dazu ermutigen, sich mit einem Beitrag am Anthropolitan zu beteiligen.
- Deadline: 20. März 2012
- Der Beitrag kann von drei bis max. 20 Seiten lang sein (DIN 4, 12pt, 1,5 Zeilenabstand), in Ausnahmefällen auch länger.
- Zitiert wird im amerikanischen Stil: (Mustermann 2011, 23-56); (vgl. Mustermann & Musterfrau 2011); (Mustermann et al. 2011, 45); (Mustermann 2011, 41; Musterfrau 2010, 56; Musterkind 2009, 12-156); (URL 1)
- Detaillierte Formatangaben sind in der PDF-Version dieses CfPs zu finden.
Bei Interesse freuen wir uns auf Beitragsideen oder Abstracts: sperling@em.uni-frankfurt.de, leimstaettner@em.uni-frankfurt.de
Call for Papers zum Download: Call for Papers: Anthropolitan “Europa”